A Journal of the Corona Year Teil 2

Barbara Brinkmann
Professur
Entwerfen, Umbau und Denkmalpflege
Projektarbeit

Im Jahr 1665 protokollierte Daniel Defoe in seinem “A Journal of the Plague Year”, wie die in Holland wieder aufgeflammte Pest London erneut heimsuchte, was sich – einmal abgesehen vom alten Englisch – äußerst aktuell liest, die Parallelen zur Covid-19-Pandemie sind frappierend.

Das „Journal of the Corona Year“ nimmt als persönliches Protokoll einer wissenschaftlichen Mitarbeiterin der Architekturfakultät der TU München diesen Titel auf und fasst chronologisch die Eindrücke des vergangenen und kommenden Semesters in Buchform zusammen – geplant ist hier zumindest das e-pub, wegen entfallender Druckkosten, und weil das natürlich auch rein digital ist, wie das Coronajahr. Das private Projekt nährt sich aus dem Corona-Alltag zwischen Homeoffice und Lehrstuhlbüro. E-Mails bzw. Infoschreiben vom Präsidenten und Studiendekan finden ebenso Eingang wie die absurdesten Ausreden Studierender, die nicht so richtig in Gang kamen unterm Semester, wie die Versuche der nach dem Lockdown zurückgekehrten AssistentInnen, es sich auf Abstand wohnlich zu machen in den leeren Universitätsräumen, wie Screenshots und Fotos von Besprechungen, Tagebuch-Fragmente und Gedanken zur digitalen Lehre, Feedback der digital Studierenden, Bilder vom menschenleeren Gebäude und den Entwurfsskizzen am Lehrstuhl Hild … Bachelor- wie auch Masterentwurf sollten dieses Semester der einfachen Erreichbarkeit und Besichtigungsmöglichkeit halber den Innenstadtcampus behandeln, der nun plötzlich nicht mehr für Studierende zugänglich war. Die Hälfte unserer Studierender saß zudem im Ausland, auch die Kollegin verbrachte die ersten Wochen mangels Rückflugmöglichkeit im Homeoffice in Griechenland.
Mein Projekt fing als Spielerei mit ersten Zoom-Tests zwischen Andreas Hild und mir an, als dieses Programm ins Gespräch kam. Und als Zoom so semesterprägend wurde, begann ich, wie die Semester zuvor in den analogen zweiwöchentlichen Testaten, mir Notizen zu den Studierendenentwürfen zu machen. Das klappt bestens, weil Andreas Hild so souverän und unermüdlich sieben Stunden am Stück reden kann. Aus dem Gesehenen, den immer wechselnden Zoom-Fensterchen und eingeblendeten Entwurfsständen der rumpflosen TeilnehmerInnen vor ihren Bildschirmen, und dem fragmentarisch notierten Gesagten entstanden schließlich wie von selbst in der Abgeschiedenheit meines Einzel-Lehrstuhl-Büros eine Reihe von „Graphic Novels“, die bei den Kollegen und beim Chef Anklang fanden. Selbst im toskanischen Urlaubsexil der letzten Semesterwochen und sogar, als der Professor ausfiel und wir drei AssistentInnen plötzlich selbst moderieren und konzentriert kommentieren mussten, habe ich weitergezeichnet. Auch diese „Protokolle“ werden im Tagebuch des Coronajahrs Eingang finden.
Die hier vorgestellten beiden Sequenzen sind die Mitschriften und -Zeichnungen der Schlusskritiken dieses Sommersemesters am Lehrstuhl Hild.
To be continued – in welcher Form auch immer, im nächsten Semester, bis das „Corona Year“ voll ist.

Graphic Novel Zoom-Schlusskritik aus dem Projekt "A Journal of the Corona Year"
Barbara Brinkmann
Graphic Novel Zoom-Schlusskritik aus dem Projekt "A Journal of the Corona Year"
Barbara Brinkmann
Graphic Novel Zoom-Schlusskritik aus dem Projekt "A Journal of the Corona Year"
Barbara Brinkmann
Graphic Novel Zoom-Schlusskritik aus dem Projekt "A Journal of the Corona Year"
Barbara Brinkmann
Graphic Novel Zoom-Schlusskritik aus dem Projekt "A Journal of the Corona Year"
Barbara Brinkmann
Graphic Novel Zoom-Schlusskritik aus dem Projekt "A Journal of the Corona Year"
Barbara Brinkmann