Frauen in der Architektur

Sandra Schuster
Mirjam Elsner
Prof. Susanne Ihsen
Prof. Dr. Paula-Irene Villa Braslavsky
Marlene Müller-Brandeck
PublicationProfessorship
Architectural Design and Timber Construction
research paper

Die Ausbildungssituation an deutschen Universitäten und Hochschulen ist gut. Seit Jahren steigen die Zahlen der StudienanfängerInnen. Der Frauenanteil ist seit 1998 nahezu ausgeglichen,
allerdings verteilen sich Männer und Frauen unterschiedlich auf verschiedene Studiengänge. So ist beim Architekturstudium der Frauenanteil inzwischen deutlich größer. 2006 studierten in den
Architekturstudiengängen in Deutschland erstmals hälftig Frauen und Männer, 2016 waren 58 % der Architekturstudierenden Frauen.

Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, welchen Weg Architektinnen nach Abschluss ihres Studiums einschlagen. Der hohe Anteil an Absolventinnen spiegelt sich weder in Führungspositionen in der Praxis, noch im akademischen Bereich wider. Bei den Top 20 der Architekturbüros in Deutschland im Jahr 2017 ist kein Büro dabei, das allein von einer Frau oder einem Team aus Frauen geführt wird. Gleichzeitig liegt das Einkommen von in Vollzeit angestellten Architektinnen knapp 30% unter dem ihrer männlichen Kollegen.
Im Rahmen der vorliegenden Studie „Geschlechtergerechtigkeit in der Architektur“ sollte untersucht werden, wohin sich Architektinnen entwickeln und ob es einen strukturellen Drop-out
gibt, der durch fachkulturell begründete Exklusionsmechanismen dazu führt, dass Frauen nicht in ihrem Beruf ankommen bzw. dort nicht in Führungspositionen gelangen. Vorhandene Daten und Statistiken wurden analysiert und interpretiert. Hierbei zeigte sich, dass die Datenlage sehr dünn und unzureichend ist. Zudem werden vorliegende Daten teilweise falsch interpretiert. Anhand von ExpertInneninterviews wurde ein tieferer Einblick in die Fachkultur herausgearbeitet. Hierzu wurden weibliche und männliche Architekturschaffende aus unterschiedlichen Beschäftigungsverhältnissen befragt, sowie Personen, die Architektur zwar studiert haben, den Beruf aber nicht ausführen. Unsere Studie ist ein gutes Fundament für weitere Forschung. Diese Arbeit ist in Zusammenarbeit mit der Professur für Gender Studies in den Ingenieurwissenschaften (TUM GOV) und der Professur für Soziologie und Gender Studies (LMU) entstanden.

Titel
Gender Pay Gap
durchschnittl. Bruttomonatsverdienst von Vollzeitbeschäftigten in der Architekturbranche
Sichtbarkeit
Anzahl der Architektinnen unter den GewinnerInnen und Anerkennungen beim Dt. Architekturpreis
Arbeitszeit
Vollzeit- und Teilzeitbeschäftigte in der Architekturbranche 2014
Karriere
AbsolventInnen und wissenschaftliches Personal der Architekturfakultät der TU München
Architekturstudium
Studierende der Architektur in Deutschland von 1972 bis 2017