Fördern kollektive Räume im Wohnungsbau Gleichheit?

Lena Probst
Professorship
Theory and History of Architecture, Art and Design
seminar

Beitrag zum Lektürekurs zur Architekturtheorie:

Der Großteil der deutschen Bevölkerung verbindet ihr Bild von Zuhause mit ihren eigenen vier Wänden. Wohnraum ist identitätsstiftend. Er wird als Ort relativer Autonomie und Handlungsfreiheit empfunden. Wie frei ist jedoch dieses Handeln wirklich und wie sehr ist unser Verhalten in einer Wohnung, insbesondere innerhalb von Familien, gesellschaftlich vorbestimmt und verankert? Eine damit verbundene These ist, dass man durch die Loslösung von zentralen Begriffen wie dem „Wohnzimmer“ hin zu kollektiven Räumen und der Reintegration von Produktion und Pflegearbeit in das oder nahe dem Zuhause die Gleichheit zwischen Mann und Frau fördern kann. Der in den späten 1960ern entstandene Begriff des Cohousing verräumlicht diese Auffassung einer anderen Art des Alltagslebens. Die extremste Form, dieser als alternativ deklarierten Wohnform, manifestiert sich als Antithese des Funktionalismus.

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