Alltags­versorgung im ländlichen Raum

Mark Michaeli
Daniela Boß
Manfred Miosga
Professorship
Sustainable Urbanism
research paper

Es ist nicht immer so, wie erwartet: Nicht nur in dünn besiedelten, peripheren Räumen ist die wohnortnahe Versorgung der Bevölkerung als kritisch einzuschätzen. Rund 30.000 Menschen, die über 3 Kilometer zum nächsten Supermarkt zurücklegen müssen, leben zwischen Augsburg und München. Eine fast flächendeckende Versorgung ist hingegen in Teilen des Bayerischen Waldes zu finden. Ein differenzierter Blick auf räumlichen Strukturen der Versorgung und die darunterliegende Entwicklungsbedingungen ist notwendig, um passgenaue Lösungsansätze zu entwickeln.

Im Auftrag der Bayerischen Verwaltung für Ländliche Entwicklung untersuchten die Technische Universität München und die Universität Bayreuth die räumlichen Bedingungen für die Sicherung der Alltagsversorgung in Bayern. Das Forschungsprojekt legt erstmal ein differenziertes Bild der Versorgungsstrukturen in Bayern vor das auch unterhalb der Gemeindeebene kritische Strukturen aufzeigt. Das neue Raumwissen dient als Grundlage für Handlungsempfehlungen, die zur Sicherung der Versorgung im ländlichen Raum beitragen sollen.
Die empirischen Ergebnisse der Studie zeigen, dass kritische Strukturen nicht nur in dünn besiedelten, peripheren Regionen zu finden sind und dass sich die vier untersuchten Angebotsbereiche Lebensmitteleinzelhandel, Grundschulen, hausärztliche Versorgung und Kindertagesbetreuung aufgrund von unterschiedlichen Planungslogiken räumlich unterschiedlich abbilden. Durch die Betrachtung kritischer Strukturen auf Gemeinde- und Ortsteilebene wird deutlich, dass Mitversorgung und Partnerschaften ein wichtiges Thema für die Sicherung der Versorgung darstellen.
Der Abschlussbericht zum Projekt liegt als PDF zum Download bei:

https://www.ar.tum.de/fileadmin/w00bfl/land/04_Forschung/PDFs_Forschung/200122_Schlussbericht_SLP_ONLINE_Final.pdf

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