Zirkuläres Bauen – Mostereiatelier und Gasthof

Nils Fischer
PublicationProfessorship
Architectural Design and Timber Construction
project

Das Projekt beschäftigt sich mit der Thematik des kreislauffähigen Bauens. Wieder und Weiterverwendung von Material und Bauwissen werden als architektonisches Potenzial verstanden. Fokus liegt dabei auf einer einfachen Bauweise, einer gestalterisch-konstruktiv anspruchsvollen Architektur, der Einigung von Ökonomie und Ökologie und einem regenerativen Grundsatz.

Das Bauen der Zukunft muss verantwortbar sein gegenüber den nach uns kommenden Generationen und muss deshalb einen regenerativen und keinen destruktiven Charakter annehmen. Der Entwurf soll eine ernstzunehmende Alternative zum momentanen konventionellen Verlauf der Dinge darstellen.

Der erste Teil des Projekts besteht darin, das Erdgeschoss des Bestandsgebäudes auf dem kleinen Grundstück in einen Gasthof umzubauen und das Haus mit zwei weiteren Wohngeschossen aufzustocken. Auf dem Grundstück findet ergänzend ein weiteres kleineres Haus zur Beherbergung von Gästen Platz. Teil Zwei ist eine lineare Aneinanderreihung von drei Gebäudeteilen, welche die Funktionen einer Mosterei, Destillerie und Atelier, sowie Reifekammer und Genussmarkt enthalten. Dies findet seinen Platz auf der Streuobstwiese entlang der beiden Obstbaumreihen.

Das Gebäudeensemble der Streuobstwiese besteht aus einer tragenden Strohballenkonstruktion. Das Dach über den Innenräumen besteht aus strohgefüllten Hohlkästen. Sparren und wiederverwendeten Dachpfannen erstrecken sich komplett über die 3 Einheiten und bilden die überdachten Außenbereiche. Die Verwendung von Spolien steht symbolhaft die Verbundenheit der Neuen Mosterei mit dem längst fest gefügten Dorf. Bei der Detailplanung wurde bei beiden Gebäudekomplexen minutiös auf eine einfache Rückbaubarkeit geachtet. Alle Fügungen wurden als lösbare Verbindungen geplant und auf unnötige Gebäudeschichten wurde verzichtet. Die Einfachheit findet sich aber nicht nur in Material und Details wieder, sondern auch in der Ganzheitlichkeit des Entwurfes.