BIG SPACE small units

Professorship
Urban Design
project

Das Zukunftskonzept der Theresienwiese unter dem Titel „BIG SPACE – small units“ untersucht die 43ha, hinsichtlich des Wohnungsmangels und unserer ressourcenfressenden Lebensweise, auf ihre Funktion als Wohn- und Lebensraum.
Die unterschiedlichen und zukunftsorientierten Wohnmodelle minimieren die private Wohnfläche und dadurch gleichzeitig den individuellen Besitz. Aufgrund dessen bedarf es verschiedenster Infrastrukturen, um ein lebenswertes Wohnen auf der Theresienwiese zu ermöglichen. Gleichzeitig besteht aufgrund von Großveranstaltungen wie dem Oktoberfest und anderer flächeneinnehmender Nutzungen die Notwendigkeit der Flexibilität. Neben den Events verkörpert die „Wiesn“ außerdem für viele Menschen einen beliebten Sport-, Freizeit- und Erholungsraum – trotz der hierfür fehlenden Gestaltung und Infrastrukturen.

Das städtebauliche Gesamtkonzept gliedert die Fläche durch eine zweite Hangkante in einen dauerhaften Erholungsraum im Westen und eine flexible Fläche.
Die Parkanlage bietet in einem optimierten Rahmen allen bereits heute stattfindenden Aktivitäten und der Erholung Platz. Die flexible Fläche wird im Osten durch eine dauerhafte Bebauung in Form „Flexhäusern“ definiert. Eine umlaufende Verbindung der Gebäude schafft eine Promenade, welche das Genießen der Abendsonne sicherstellt und einen Blick auf die Geschehnisse garantiert. Um den flexiblen Bereich ganzjährig zu aktivieren wird dort eine umfangreiche Infrastruktur hergestellt.
Zur besseren Strukturierung der Theresienwiese wird die strenge Nord-Süd-Erschließung aufgebrochen und verläuft in Zukunft radial. Die Ost-West-Erschließung verkörpert den linearen Erschließungsraum und legt den Fokus auf den neuen Festplatz und die Quartiersagentur (ehemalige Polizeiinspektion). Durch die unterschiedliche Gestaltung der Straßenräume werden alle am Verkehr Beteiligten sowie Aktivitäten (wie beispielsweise das Wind-Longboarden) berücksichtigt.
Um die Bepflanzung und Begrünung ebenfalls flexibel zu gestalten, wird ein Schienennetz verlegt. Dadurch schaffen ehemalige Förderwagons und eine Bimmelbahn Mobilität und gleichzeitig eine Begrünung der Theresienwiese.
Neben der Quartiersagentur exisitieren weitere vier Quartierszentren unterschiedlicher und flexibler Nutzungen. Deren Dorfplätze bieten viel Raum für die Kommunikation zwischen den Bewohnern und der Öffentlichkeit. Sieben weitere Satellitenzentren befinden sich auf den Gemeinschaftsbaufeldern. Deren einfache Infrastruktur wird partizipativ erweitert und ebenfalls gemeinschaftlich genutzt.
Zusammen mit den an den Eingängen gelegenen Zentren stellen die Flexhäuser die Schnittstelle zwischen Stadt und Theresienwiese dar. Durch eine flexible Gestaltung des Innenraums lassen sich dort unterschiedlichste, gemeinschaftliche und partizipative Wohnformen ermöglichen.
Die flexible Fläche lässt alles zu – ausreichend Raum für jegliche Formen der Veranstaltungen und das temporäre Wohnen in Form von Tiny-Häusern. Ein temporärer Bebauungsplan stellt ein Regelwerk auf, welches die Stellplätze, „Stelllinien“, „Stellgrenzen“, die „freien Mitten“, sowie die Abstände, Breiten und Höhen der temporären Bebauung definiert.
Der Möglichkeitsraum der „Wiesn“ wird durch diese Maßnahmen erweitert, schafft nachhaltigen Wohnraum, eine soziale Nachbarschaft, Raum für Kommunikation und Partizipation und verkörpert im Zentrum Münchens weiterhin ein Individuum.

Unter folgendem Link ist die Publikation meiner Masterarbeit zu finden:

Die partizipativ gestaltete und stadtseitige Ostfassade der Flexhäuser
München, 2021 © Laura Widmann
Ein Rundgang durch einen Teil des neuen Quartiers "Theresienwiese"
München, 2021 © Laura Widmann
Die Gliederung der "Wiesn" in eine flexible Fläche und einen dauerhaften Erholungsraum
München, 2021 © Laura Widmann
Das Gesamtkonzept Theresienwiese inkl. Flächennutzungsplan und Schienensystem
München, 2021 © Laura Widmann
Das Zukunftskonzept des Oktoberfests in radialer Anordnung und mit äußerem "Wohnring" im Osten
München, 2021 © Laura Widmann
Der temporäre Bebauungsplan am Beispiel von "Tiny-Blockrand-on-Wheels-Siedlungen"
München, 2021 © Laura Widmann