Wohnmaschine

Anna Timofeeva
Tsvetana Vasileva
Professorship
Urban Architecture
project

Die Frage nach gemeinschaftlichen Wohnformen ist keine neue kurzlebige Modeerscheinung. Sie ist eine Reaktion auf einen Paradigmenwechsel gesellschaftlicher Werte, den demographischen Wandel und die wieder entdeckte Attraktivität von städtischem Leben. Eine wachsende soziale Bewegung setzt sich für Gemeinschaftlichkeit ein, für Teilen und Teilhabe und stellt antiquierte Besitzvorstellungen in Frage. Es wächst der Wunsch nach alternativen Lebensweisen, die auf dem Teilen von Gütern und Dienstleistungen basieren, sowie der Anspruch die unterschiedlichen Lebenswirklichkeiten und Bedürfnisse der Bewohner abzubilden.
Ziel des Semesters war es, ein prägnantes, städtisches Wohnhaus mit starken räumlichen Ideen zu entwerfen, das den Fokus auf das Individuum und die Gemeinschaft richtet.

Der Begriff ‘Wohnmaschine’, entnommen aus Le Corbusiers Architekturtheorie, stand für ein Konzept, welches im Wohnraum begann und die Aspekte Wohnen, Arbeit und Unterhaltung verband.
Als Entwurfsort wurde das Großmarktviertel in München gewählt, das zwischen ehemaligen Industrieflächen und der Stadt liegt.
Nach dem Entwurf sollte das Gebäude nicht nur Wohnraum für Menschen bieten, sondern eine eigenständige kleine Stadt sein mit vielfältigen Funktionen. Das Erdgeschoß ist öffentlich nutzbar, wo sich der Supermarkt, die Ateliers und Werkstätten mit flexiblem Grundriss befinden. Das Dachgeschoss wird gemeinschaftlich von den Bewohnern benutzt. Dort gibt es ein Fitnessstudio, eine Bibliothek, gemeinschaftliche Küchen, Arbeitsräume und einen Versammlungsraum.
Alle Geschosse sind durch ein großes Treppenhaus im Zentrum vom Gebäude erschlossen. Die Zugänge zur den Wohnungen werden durch den Laubengang verteilt.
Das Gebäude wurde nach dem klaren Modul-Raster-System entworfen, es lässt uns die unterschiedlichen Wohnungstypen von Modulen optimal kombinieren. Die Fassadenstruktur spiegelt das Innere des Gebäudes wider, in dem sich die Maisonette-Wohnungen und die eingeschossigen Wohnungen befinden.

a0_1_quer
Grundrisse
Regelgeschosse
Innenraummodell
Gemeinschaftsraum zwischen den Wohnungen
Ansichten
Ansicht Süd, Ansicht Nord
Schnitt
Querschnitt durch Wohnungen
Modell 1:100
Fassadenstruktur