Wandlos glücklich

Jonas Schergun
Professorship
Architectural Design and Construction
project

Dem Entwurf liegt die Idee einer kommunikativen Hausgemeinschaft zu Grunde. Gemeinschaftliche Raumsituationen sollen dem alltäglichen Miteinander Einzug in jede Erschließungsgemeinschaft gewähren und Symbiosen untereinander fördern. Das als Vierspänner konzipierte Haus fördert zudem durch verschiedene Wohnungsgrößen und deren flexible Schaltbarkeit eine gesellschaftliche und soziale Diversität. Somit kann auf den sich stets ändernden Anspruch an eine Wohnsituation flexibel und unkompliziert reagiert werden. Zwei Etagen teilen sich hierbei einen zweigeschossigen Gemeinschaftsbereich, der Platz zum gemeinsamen Kochen, Spielen oder gemütlichen Beisammensein bietet. Dieser kann durch die simple Geste der geöffneten Wohnungstür um den öffentlichen Koch- und Essbereich einer jeden Wohnung bei Bedarf erweitert werden.

Zentrales Element der Wohnung ist die Küche mit Essbereich, welche sich direkt zum Eingangsbereich und somit zur Gemeinschaft öffentlich positioniert. An diese schließen zwei nutzungsneutrale Räume an. Die Räume werden nicht konventionell durch Wände generiert, sondern durch die Drehbewegung des Sanitärkerns um 45°. Das Entstehen von Engen und Weiten sowie die Verwendung von Niveauunterschieden zonieren den Grundriss in öffentliche und private Räume mit unterschiedlichen Abstufungen. An den zentralen Koch- und Essbereich schmiegen sich zwei Individualräume an, die durch Wände gebildet werden. Einer der beiden Räume liegt unmittelbar am Eingangsbereich, sodass er sich zum öffentlichen Gemeinschaftsbereich hin orientiert. Hierdurch wird der Individualraum zum flexiblen Jokerraum und kann für eine interne, gewerbliche Nutzung oder als Appartement genutzt werden. Dies gibt der Wohnung eine zusätzliche Wandelbarkeit. Der Entwurf hinterfragt somit die konventionelle Raumkonditionierung durch geschlossene Wände und bietet durch neue Stilelemente, wie Engen, Weiten und Niveauunterschiede eine absolute Flexibilität im Starren. Die wertvollen Flächen, welche in einem herkömmlichen Flurgrundriss zur Erschließung der einzelnen Individualräume benötigt werden, überlagert der Entwurf durch die Anerkennung des Durchgangszimmers. Jede Wohnung erhält trotz reduzierter Größe räumlichen Reichtum und Weite.

Die neutrale Zonierung der Räume, die vielfältige Durchwegung sowie die Offenheit des Grundrisses ermöglichen mehrere Aggregatszustände. So kann im zentralen Raum eine Veranstaltung statt finden, wodurch die Nutzung der Individualräume nicht eingeschränkt wird. Die Podeste dienen hierbei als Tribüne, die sich introvertiert auf das Zentrum des Geschehens konzentrieren. Durch die vielfältige Sequenz der Räume werden auch andere Nutzungen ermöglicht, wie zum Beispiel eine Ausstellung oder einen Workshop.

Semesterausstellung
Hausgemeinschaft
4-Spänner
Grundriss
Grundriss
Küche und Essbereich
Modellfoto Innenraum 01
Individualraum
Modellfoto Innenraum 02
Konstruktion und Fügung
Details