Grauwasseraufbereitung für einen Münchner Schulgarten

Florian Fischer
Lisa Hirschberger
Lennard Höpfner
Arvid Kaminski, Nicklas Neubauer
Maria Meyer-Giesow, Olivia Romeni
Professur
Green Technologies in Landscape Architecture
Projektarbeit
Wasser und Vegetation – wie kann man beides in (landschafts-)architektonische Entwürfe integrieren, so dass klimawirksame Systeme entstehen? Dieser Frage sind wir im Seminar „Protoyping blue-green systems“ nicht nur theoretisch, sondern ganz praktisch mit einer 1:1-Umsetzung nachgegangen. Dazu bildeten wir zunächst ein Planungsteam, in dem wir interdisziplinäre Rollen einnahmen, um nachvollziehen zu können wie blau-grün integrierte Planung funktioniert. In wöchentlichen Planer Jour-Fixen wurden Rechercheergebnisse untereinander ausgetauscht und Planungskriterien an andere Gruppen weitergegeben.Die entstandene Entwurfsplanung für eine Grauwasseraufbereitung in einem Münchner Schulgarten wurde im Juni und Juli 2021 in Eigenarbeit realisiert.
Die Planungsgruppe für die Blaue Infrastruktur, bestehend aus 2 Architektur (A)- und einem Landschaftsarchitekturstudenten (LA), ermittelte in Abstimmung mit der Projektsteuerung (A + LA) das anfallende Grauwasser der Schulküche und des Hortes. Bedingt durch die Schulferien und den geschlossenen Hort in den Wintermonaten und Frühjahr wurde daraufhin mit der Grünen Gruppe (2 LA+ A) festgelegt, dass der Versorgungsengpass mit (Grau-)Wasser innerhalb der Pfingst- und Sommerferien durch das integrieren des Niederschlagswassers auf die Dachflächen abgefangen wird. In den Planerbesprechungen wurde festgelegt, dass das gereinigte Grauwasser in den Gartenteich eingeleitet und dieser mit in das Gestaltungskonzept zu integriert wird. Von Seiten der Grünen Gruppe wurden Pflanzen für den Filter und die Teichzone ausgewählt und mit der Leiterin des Schulgartens abgestimmt. Zur Stabilisierung des Wasserstandes wurde eine neue Teichfolie eingebaut und die Randbereiche anschließend bepflanzt. Bei der Umsetzung des Pflanzenfilters und der Vergrößerung des Teiches wurden die Erdbauarbeiten teilweise an die Schüler des Gartens übertragen. Die Filteranlage, bestehend aus einer Dreikammergrube (Gelb), einer Regenwasserückhaltetonne (Blau) und dem Filter mit Pflanzen (Rot) wurden aus fertigen Produkten und selbst geplanten Baukonstruktionen zusammengebaut. Das gesamte System funktioniert stromlos und ist so gebaut, dass das Wasser im natürlichen Gefälle fließen kann. Der Ablauf aus dem Küchenwaschbecken wird zunächst in einer Dreikammergrube mechanisch vorgeklärt. Ein Sieb fängt die Feststoffe auf und fettige Stoffe setzen sich an der Oberfläche ab. Ein Bodenfilter mit 2,5 m² Fläche und 40 cm Höhe übernimmt die biologische Klärung. Er wird mit einer Kombination aus Regen- und Grauwasser beschickt. Das Filtersubstrat aus Lavasand und die Wurzeln der Sumpfpflanzen (Schilfrohr, Blutweiderich, Wasserminze) sorgen für eine gute Wasserqualität, so dass das gereinigte Wasser dem neu gestalteten und bepflanzten Teich zugeführt werden kann. Alles ist so gestaltet, dass es für die Schulkinder nachvollziehbar und erfahrbar ist, was sowohl die Sensibilität im Umgang mit Wasser als auch das Verständnis für die biologischen Prozesse stärkt.