Berührungspunkt. Mensch und Tier

Mara Steinert
Hannah Horn
Professur
Entwerfen und Konstruieren
Projektarbeit
Eine stillgelegte Landwirtschaft soll nach Bioland-Richtlinien reaktiviert werden und unter Aspekten der Kreislaufwirtschaft als beispielhaftes Konzept umgesetzt werden. Der Hof Förg in der Gemeinde Bergheim bei Augsburg wird um einen Schweine- und Hühnerstall erweitert, der Hofladen vergrößert und eine Craft-Beer-Brauerei wird in der alten Scheune verwirklicht. Auf den dazugehörigen Felden wünschen sich Bauherr und Bauherrin die Möglichkeit eine Herde von ca. 50 Schafen zu halten. Neben dem Standard nach Bioland-Richtlinien sieht der Entwurf langfristig die Etablierung als Arche-Hof vor. Dabei liegt der Fokus auf die Haltung und Zucht alter und gefährdeter Haustierrassen (GEH).
Im Fokus des Entwurfs steht es, bewusste Berührungspunkte zwischen den Lebensräumen von Mensch und Tier zu schaffen. Vor allem fordert die örtliche Nähe der Ställe zum Haus auf dem Dorfgrundstück eine Lösung, die den vorhandenen Platz optimal verteilt und ausnutzt. Zwei neue Gebäude ordnen sich entlang der Straße mit dem Gelände ansteigend an und bilden einen geschützten Ort zwischen Bestand und Neubau. Dieser Ort „Mittendrin“ wird als verschwimmende Grenze der Lebensräume formuliert und dient dem Ehepaar Förg als Aufenthaltsort inmitten ihres Hofes. Neben dem Gesamtkonzept für das Dorfgrundstück wird im Außenbereich die Gestaltung eines Schafstalls angestrebt. Auch hier ist das Ziel, die Lebens- und Arbeitswelten von Tier und Mensch eng zu verknüpfen, gleichzeitig sensibel und achtsam zu trennen. Um dem Flächenanspruch an Weidefläche nach Bioland gerecht zu werden, verteilt sich die Haltung der Schafe im Jahresverlauf auf zwei Weiden. Die Ställe richten sich nach den Bedürfnissen eines robusten Milchschafs, wie dem Krainer Steinschaf. Das Konzept bietet die Möglichkeit einer kontrollierten Lämmeraufzucht rund um das Stallgebäude auf der westlichen Weide in den kalten Monaten sowie der Weidehaltung der Milchschafe im Frühling und Sommer auf der östlichen Weide. Der Unterschlupf bietet während dieser Periode Witterungsschutz und ermöglicht das Melken der Mutterschafe in der Laktationszeit. Zeitgleich können im Hauptstall Lämmer zur Mast aufgezogen werden. Der Hauptstall im Westen verbindet zwei Nutzungsbereiche unter einem Dach. An die Scheune und Maschinenhalle im Osten schließt sich der Offenstall für die Schafherde an. Um einen kontrollierten und achtsamen Übergang zwischen dem Arbeitsraum des Mensch und dem Lebensraum des Schafs zu schaffen ist der Stall so konzipiert, dass der Mensch zur täglichen Versorgung nicht in den Bereich des Schafes eindringen muss. Die Futtergabe erfolgt über die überdachten Traufseiten, die im Sinne des historischen Greddachs einen Arbeits- und Revisionsbereich ausformulieren. Dieses besondere Merkmal lässt den Stall in seiner Funktion und Erscheinung eine Selbstverständlichkeit. Die Eigenständigkeit des Stalls in seiner Funktion und Erscheinung demonstriert das unausgeschöpfte Potential im landwirtschaftlichen Sektor.
Hof Förg. Schweine- und Hühnerstall
Modellfoto der alten und neuen Bauten auf dem Dorfgrundstück
Dorfgrundstück
Erdgeschossnutzungen in Alt- und Neubau
Schafstall und Unterschlupf
Haltungskonzept im Jahresverlauf
Schafstall mit Greddach
Modellfoto des Ensembles aus Schafstall, Vorplatz und Weidebrunnen
Stall und Scheune
Querschnitt der Nutzungsbereiche im Hauptstall
Atmosphäre der Konstruktion
Modellfoto des Innenraums. Bindergespärre mit Pfettendach
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