Selbstbildnis

Weni Cui
Professur
Bildende Kunst
Projektarbeit

Das Thema im Semester hieß „Raumnähte und Gärten der Unschärfe“. Ziel der Arbeit bestand für mich, meine Gedanken zu dem Themenkomplex wahrzunehmen, festzuhalten und sie in der Arbeit greifbar zu machen.

Es gibt eine Anekdote aus China, die besagt, dass in einem Dorf einst ein reicher Mann lebte. Dieser hatte an seinem Eingang eine große Glocke angebracht. In diesem Dorf wohnte auch ein Dieb, der Gefallen an dieser Glocke fand. Er beschloss diese zu stehlen, aber wusste nicht, wie er dies anstellen sollte. Sobald man die Glocke berührte, würde sie laut läuten. Ihm kam die Idee, seine eigenen Ohren zu verstopfen. Eines Nachts, mit verstopften Ohren, ging er die Glocke stehlen. Er stieß die Glocke mehrmals an, konnte aber keinen Laut hören. Er freute sich und wollte die Glocke gerade abnehmen als der reiche Mann ihn packte. Der Dieb war überrascht und fragte sich, wie der reiche Mann wohl herausgefunden hat, dass er die Glocke stehlen wollte.

In diesem Semester habe ich viele blinde Flecken in meinem alltäglichen Leben bemerkt. Von Nachbarn, die mich sahen und ich sie nicht bis zu digitalen Zoom Konferenzen. Wie sehen mich andere? Wie sehe ich mich? Und wer bin ich dann? Ein kleiner Blick in meine Gedanken im großen See des Themas zur Wahrnehmung.

Selbstbildnis
Titelbild
Selbstbildnis
Performancevideo mit Vertonung