Urbane Seilbahnen

Philipp Konrad
PublikationProfessur
Tragwerksplanung
Projektarbeit

Bau einer urbanen Seilbahnstation am Frankfurter Ring

Wir nutzen für unser Konzept eine Baulücke am Frankfurter Ring, in unmittelbarer Nähe zur Kreuzung mit der Knorrstraße, die bisher nur sehr untergeordnet bebeaut ist und daher städtebauliches Potential birgt. Das Grundstück soll mit einem Stahlfachwerkturm bebaut werden, der sich wie ein Kran aus der Stadtstruktur entwickelt, über die Straße in Richtung Norden auskragt und so eine Brücke zwischen der uniformen Wohnbebauung südlich des Frankfurter Rings und der industriellen Bebauung im Norden schlägt. Von dem auskragenden Teil des Fachwerks werden zum einen zwei Träger abgehängt, die die Reifenförderer und die Führung der Gondeln beinhalten, zum anderen die eigentliche Seilbahnstation, analog zu einer Gondel, die am Seil hängt. Durch die erhöhte Position wird die Einsehbarkeit der Nachbargebäude aus der Seilbahn heraus reduziert und es ergibt sich ein vorteilhafter Ein- und Ausfahrtswinkel in die Station, der sich in einem geringeren technischen Aufwand zur Führung der Gondeln in der Station niederschlägt, die somit auch in ihrem Ausdruck reduziert ausgeführt werden kann. Die Bahnsteige der beiden Fahrtrichtungen sind auf zwei Geschosse aufgeteilt und ermöglichen so eine klare und entzerrte Zuwegung. Die vertikale Erschließung der Station erfolgt über Aufzüge, die vom Niveau der U-Bahn und vom Erdgeschoss aus direkt zu den Einstiegsbereichen führen. Abgesehen von der Seilbahnstation befinden sich flexibel nutzbare Einheiten, z.B. für kleine Büros, Start-ups oder ähnliches, im unteren Bereich des Gebäudes. Die dienenden Räume für diese Einheiten, Aufzüge, Sanitärkerne und Fluchttreppen, sind in den Fachwerktürmen untergebracht. Die Gebäudehülle ist als Profilglasfassade mit unterschiedlichen Transparenzen ausgeführt. Dadurch ergeben sich verschiedene Ausblicke und die Konstruktion wird in den Innenräumen spürbar.