Stadtvasen – And tomorrow, I‘ll make you the past

Professur
Urban Design
Projektarbeit

Die Diskussion über das Kunstareal München wird nun schon seit zwanzig Jahren geführt. Die Ausstellung zeigt sieben Vasen von sieben besonderen Orten im Kunstareal. Was wissen wir über die Geschichte dieser Orte, was sehen wir im Moment und wie werden wir in Zukunft auf sie zurückblicken?

1. Futuroreich
Das Futuro Haus ist ein Entwurf des finnischen Architekten Matti Suuronen aus den 1960er Jahren. Eines dieser Häuser steht vor der Pinakothek der Moderne in München.
Nachdem das Mathematik-Gebäude der LMU abgerissen wurde, verbreitete sich das Futuro Haus über die freigewordene Fläche. Statt eines riesigen Neubaus stehen dort nun 72 kleine Futuro Häuser, die die Stadt jedes Jahr an Künstler*innen vergibt. Diese können frei als Unterkunft und Atelier genutzt werden. Die flexible Nutzung der öffentlichen städtischen Fläche trug sehr zur Lebendigkeit des Kunstareals bei und half künstlerische Prozesse für die Öffentlichkeit erlebbar zu machen.

Bauchvase mit Engobenmalung aus Ton der Kobi-Gruppe, 2036 n. Chr., aus Werneck.

2. Denkmalgardening
Ursprünglich dienten die 1935 eingeweihten, sogenannten „Ehrentempel“ der Propaganda der Nationalsozialisten. Sie entwickelten sich zu einer Art Wallfahrtsstätte des faschistischen Regimes. Nach dem Krieg wurden sie durch einen Beschluss des amerikanischen Militärs 1947 gesprengt. Planungen für die Überbauung der beiden Tempel scheiterten. 1956, anlässlich des 800-jährigen Jubiläums der Stadt München, wurden sie als „Biotope“ bepflanzt und sich selbst überlassen. Nun wachsen schon seit langem Gräser und Bäume über die Überreste der Vergangenheit. Und sie dürfen weiterwachsen und langsam die Vergangenheit zudecken – seit 2001 sind die „Ehrentempel“ unter Denkmalschutz gestellt.
Es stellte sich heraus, dass die Sockel, reich an geschichtlicher Bedeutung, überaus fruchtbar waren. Da sich die Versorgung der Städte mit frischen Lebensmitteln als immer schwieriger herausstellte, begannen die Menschen auf den Tempelüberresten eine neue Form des Urbangardening zu betreiben und pflanzten nach dem Vorbild der Permakultur
mehrstöckige Mischkulturen, die durchgehend Gemüse und Obst lieferten. Sie nannten es Denkmalgardening und waren damit schnell erfolgreich. Schon bald konnte die gesamte Maxvorstadt durch das „Biotop auf den Ehrentempeln“ versorgt werden.

Tonvase der Kobi-Gruppe, 2050 n. Chr., aus Werneck.

Weitere Orte:

3. Kulturmensa

4. König der Plätze

5. Musikhochschule

6. Skulptursportpark

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Denkmalgardening
Aufnahme vor Ort
Denkmalgardening
Aufnahme vor Ort
Kulturmensa
Aufnahme vor Ort
Skulpturensportpark
Aufnahme vor Ort