Seilbahn +

Clara Grothkopp
Charlotte Dahmen
PublikationProfessur
Tragwerksplanung
Projektarbeit

Im Sommer 2018 stellte Oberbürgermeister Dieter Reiter die Idee einer Seilbahn als Nahverkehrsmittel für München vor. Als Pilotprojekt der Landeshauptstadt München und des Freistaates Bayern wird eine circa 4,5 Kilometer lange Tangentialverbindung im Münchner Norden zwischen dem U-Bahnhof Studentenstadt und dem U-Bahnhof Oberwiesenfeld in einer Machbarkeitsstudie untersucht.

Die hier betrachtete Mittelstation „Frankfurter Ring“ befindet sich auf der Kreuzung Frankfurter Ring-Knorrstraße. Der Bauplatz ist geprägt durch den Kontrast von Industrie im Norden und Wohnbebauung im Süden der Hauptverkehrsachse. Die
U-Bahnstation unterhalb des Bauplatzes, die zukünftige Seilbahnstation und die viel befahrenen Straße bilden einen stark frequentierten Ort.

Urbane Seilbahnen erschließen einen neuen Raum in der Stadt. Sie ermöglichen es, dem verstopften Straßenraum zu entfliehen und kontinuierlich darüber hinweg schweben zu können.

Die Seilbahn wird München verändern. Die zentrische Mobilität des ÖPNV wird aufgehoben und Querverbindungen werden geschaffen. Neue Möglichkeiten und neue Orte werden kreiert.

Die Stationen werden Teil dieser Vision sein. Sie bilden dezentrale Knotenpunkte und werden das Stadtbild verändern.
Deshalb müssen sie einen Mehrwert für die Stadt bieten.

Unser Entwurf ist nicht nur eine Station, er ist auch eine neue Möglichkeit. So wie die Seilbahn erschließen auch die Stationen einen neuen Raum in der Stadt und generieren neue Bauplätze.

Orthogonal und diagonal angeordnete Stahlbetonbögen bilden einen Sockel, der in alle Richtungen starke Lasten aufnehmen kann.
Der Rest ist ein Add-On.

Die Seilbahnstation wird wie eine Gondel in diesen Sockel hineingehiingt. Je nach Standort kann die Erschließung aus allen Richtungen flexibel angeordnet werden.

Der Stadtraum, der einst nur dem Verkehr diente, wird nun der Stadt auf einer neuen Ebene zurückgegeben. Ein neuer Bauplatz wird generiert, der individuell bespielt werden kann.

Die hohen Anforderungen der Seilbahn an den Sockel ermöglichen es, ohne großen Mehraufwand ab der Dachfläche weitere Lasten aufzunehmen. Alles ist möglich.

Um an das Angebot des Frankfurter Rings anzuknüpfen, werden auf dieser Station die Funktionen des Umfeldes erweitert. Sowohl Industrie als auch Wohnen und die dazugehörige soziale Infrastruktur werden in dem Hochhaus auf der Station angeboten.

Durch die Holz-Skelett-Bauweise mit Hölzern aus regionalen Wäldern reagiert das Hochhaus dabei auf die nachhaltigen Ansprüche unserer Zeit und übernimmt somit die Rolle eines wegweisenden Projekts für die Zukunft Münchens.

Seilbahn +
Einfahrt in die Seilbahnstation