Lichtblick – Weniger Schlafen, Mehr Leben

Elena Kögel
Constantin Schindler
Professur
Entwerfen und Konstruieren
Projektarbeit

„Nachhaltig – Dicht – Einfach“ soll es sein, das neu zu planende Quartier auf dem Gelände eines aufgelassenen Zementwerks in Brunnen am Vierwaldstättersee. Diese Begriffe werden vom Lehrstuhl für Entwerfen und Konstruieren und Prof. Florian Nagler aufgeworfen, um nach Lösungen zu suchen, die die Zukunft des Bauens nachhaltig beeinflussen können. Der Entwurf soll einen nachhaltigen Flächenverbrauch, ökologisch sinnvolle Bauformen, einen niedrigen Primärenergiebedarf der Baumaterialien, und einfache konstruktive Lösungen berücksichtigen. Durch das Infrage stellen hoher Ansprüche und die Konzentration auf die wesentlichen Bedürfnisse der Bewohner kann ein ressourcenschonender und zeitgemäßer, architektonischer Ausdruck gefunden werden.

Dieser Entwurf hat den Anspruch das ländliche und großzügige, aber dennoch flächenschonende und dichte Wohnen mit einer einfachen und reduzierten Bauweise in einem stimmungsvollen Gesamtbild zu vereinen.

Das Wohnen auf dem Land lebt von Kommunikation und der Verbindung der Dorfgemeinschaft im öffentlichen Raum. Eine Dorfstraße mit vielen verschiedenen Aufweitungen bildet das zentrale, verbindende Element. Hier spielt sich das Leben, der Verkehr und die Versorgung der Bewohner ab. Das Gegenstück in Tempo und Funktion bildet der drei Meter höher liegende Grünzug entlang des Flusses, zu dem sich die Rückseiten der Wohnhäuser und alle Gemeinschaftsflächen ausrichten und gemeinsame Gärten und Felder genutzt werden können.

Auch das einzelne Wohnhaus übernimmt diese Atmosphäre und richtet alle stark genutzten und belebten Wohnräume über große Glasflächen nach außen zum öffentlichen Raum. Umlaufende Balkone bieten einerseits die nötige Abgrenzung für die eigene Privatsphäre und andererseits die Öffnung und die Kommunikation nach Außen und zu den Nachbarn. Als Gegenstück zu diesen Räumen werden Rückzugsorte im Inneren des Gebäudes geschaffen, die in Verbindung mit dem abgegrenzten und ruhenden Hofgarten, eine Geborgenheit und Privatheit vermitteln.
Diese Rückzugsräume, die hauptsächlich zum Schlafen genutzt werden, sollen auf ein Minimum reduziert werden. So macht dieser Entwurf den Vorschlag einige Räume ganz gezielt zu reduzieren, um in der Zukunft flächeneffizient zu bauen, ohne auf die entscheidende Großzügigkeit im alltäglichen Wohn- und Lebensraum der Wohnung zu verzichten. Um diesen Räumen jeweils eine eigene Atmosphäre zu verleihen werden zwei Materialien kombiniert, die diese Atmosphären durch ihre Beschaffenheit und Verarbeitung erfahrbar machen. Im Inneren des Hauses der massiv, in dicke Wände geschüttete und unbewehrte Beton, der in einem regelmäßigen Rhythmus Tonnendecken und Bogenöffnungen formt und auch thermisch einen speichernden Kern des Hauses bildet. Außen herum ein leichtes und Licht durchflutetes Holzskelett aus Stützen und Zangen, in dem sich großzügige Räume frei anordnen und die Balkone ohne weitere Tragstruktur aufgelegt sind. Alle Materialen sollen möglichst einfach gefügt und unverkleidet im Raum erfahrbar sein.

Im Entwurfsprozess und auch in der finalen Ausarbeitung war die Berücksichtigung des Primärenergieverbrauchs (Graue Energie) entscheidend. Die einzelnen Materialen sind auch aus diesem Grund so differenziert für die verschiedenen Schichten des Hauses gewählt, um im Beton ohne Stahl als Bewehrung und im Holzbau mit einheitlichen und effizienten Spannweiten auszukommen.

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Grundriss Regelgeschoss
Grundriss Regelgeschoss
An der Fassade
Blick entlang der Fassade
Schnitt Hof
Schnitt Hof
Fassaden Close Up
Das Leben zum Dorf
Platzansicht
Auf dem Platz