(KAR)STADT

Samuel Blaschke
Professur
Baukonstruktion und Baustoffkunde
Projektarbeit

Das Konzept eins klassischen Kaufhauses ist nicht mehr zeitgemäß und zukunftsweisend.
Der Karstadt am Nordbad in München ist besonders davon betroffen, da seit Jahren die Kunden weniger werden und das Gebäude zusätzlich zum Karstadt noch eine oberirdische Parkgarage beherbergt, und somit in der Zukunft immer mehr an Qualität verlieren wird.
Im Projekt geht es um die grundsätzliche Frage der Umnutzung eines so speziellen Stadtbausteins in Verbindung mit der Möglichkeit einer Wohnaufstockung.

Das Bestandsgebäude, in dem sich der Karstadt und die Parkgarage befinden basiert auf einem Stahlbetonskelett mit hybrider Bauweise aus Betonfertigteilen und Ortbeton. Das Gebäude ist bis zum 1.OG thermisch abgeschlossen und lässt die darüberliegenden zwei Geschosse kalt.
Um möglichst wenige aufwendige Eingriffe in die Struktur vornehmen zu müssen haben wir uns dafür entschieden die thermische Trennung im gesamten Gebäude aufzulösen und die noch voll intakte Betonstruktur als Regal für eingestellte Holzboxen zu verwenden.
Diese beherbergen einzelne Nutzungen und variieren in Größe und Lage um ein breit gefächertes Nutzungsangebot zu schaffen. Die Boxen sind in Clustern zusammengefasst und bilden Zwischenzonen aus um die sich ähnliche Nutzungen anordnen können oder in denen sich die Eingänge zu den darüber liegenden Wohnungen befinden. Die Stockwerke unterscheiden sich in ihrer groben Nutzungsrichtung und sind in ein Marktstockwerk im EG, ein Bürostockwerk im 1.OG und ein an die Rampe angeschlossenes Handwerksstockwerk im 2.OG gegliedert. Im 3.OG hört der Bestand auf und ein neu gebauter Stahlbetontisch bildet die Plattform für die acht Geschosse Wohnen darüber. Dieses Stockwerk teilen sich die Öffentlichkeit und die Wohngemeinschaft in gemischten Nutzungen.
Die Wohngrundrisse fördern eine hohe Varianz an Wohnkonstellationen von Einzimmer-Apartments bis hin zu Wohngruppen mit über zehn Bewohnern. Aufgrund der Anordnung der 8 Volumen bilden sich Zwischenbereiche auf jedem Stockwerk aus, die als Gemeinschaftsleben von den Bewohnern genutzt werden.

Ansicht Ost
Ansicht dreier Volumen auf der Bestandsstruktur des Karstadt
Schwarzplan
Der städtische Baustein wurde durch Um- und Neubau nicht verändert
Visualisierung Markt
Sicht in den offenen Markt im Erdgeschoss des alten Karstadt
Axo Nord-Ost
Darstellung der 8 Neubauvolumen auf dem Bestand
Grundriss Wohnen
Grundriss eines Regelgeschosses mit Laubengang
Visualisierung Wohnen
Sicht aus einer Gemeinschaftsfläche in den Hof