Dreigeteilt

Valentina Labonte
Professur
Entwerfen und Konstruieren
Projektarbeit

Das Viertel, das auf dem ehemaligen Zementfabrikgelände in Brunnen entstehen soll, wird in drei Bauphasen geteilt, um einen schonenden Zuzug für Gemeinde und Einwohner zu ermöglichen.
Da von stetig steigenden Temperaturen auszugehen ist, wird mit einer Überhitzung der Städte und einem deswegen größer werdenden Zuzug aufs Land gerechnet.
Das Projekt „Dreigeteilt“ beschäftigt sich mit der Problemstellung dieses Zukunftsszenarios und schlägt mit dem folgenden Entwurf eine mögliche Lösung vor.

Um die Bestandsgebäude dieses Viertels werden öffentliche Plätze geschaffen. Ein zentraler Platz mit drei Gebäuden und einen davon südlich gelegenen Platz um ein weiteres Bestandsgebäude.

Erschlossen wird das Grundstück hauptsächlich von der Flusspromenade, die sich von Süden bis nach Norden über den zentralen Platz erstreckt. Die am Ufer der Muota angesiedelten Wohnhäuser orientieren sich in Richtung des Flusses und besitzen lange Terassen, um gerade in den wärmeren Monaten die kühlende Luft des Flusses zu nutzen.

Wege und Treppen zwischen den Häusern führen den Damm hinab in die privateren Grünflächen zwischen den Gebäuden. Die am Fluss gelegenen Wohnhäuser passen sich dem Niveausprung des Dammes an und lassen sich von der Hofseite aus vom EG erschließen, von der Flussseite aus vom OG. Hierdurch ergibt sich eine natürliche zweigeschossige Erschließung in beiden Sockelgeschossen, die gemeinschaftliche und öffentliche Nutzungen für die Viertel und Hausbewohner schaffen.

„Dreigeteilt“ sind nicht nur die Bauphasen des Viertels, sondern auch die Materialien und Bestandteile des Wohngebäudes. Während der öffentliche Sockel aus Dämmbeton besteht, auf dessen Bewehrung verzichtet wird wo es möglich ist, besteht der Laubengang und die beiden Treppenhäuser aus Recycling-Stahlbeton. Das Grundstück bietet genug Lager- und Produktionsfläche, um aus den abgebrochenen Gebäuden Beton herzustellen und diesen direkt vor Ort weiterzuverarbeiten.

Die Wohnungen des Gebäudes bestehen aus Massivholzwänden. Für jeden dieser drei Teile wurde ein Material gewählt, das den Anforderungen am besten und einfachsten entspricht und seine materialbedingten Vorteile einsetzen kann.

Die verschiedenen Teile des Gebäudes und ihre Materialien lassen sich in der Fassade ablesen. Die öffentlichen und gemeinschaftlichen Nutzungen im EG und 1. OG werden je nach Wohngemeinschaft angepasst und beinhalten beispielsweise eine Kindertagesstätte, eine Werkstatt oder ein Cafe. Die Regelgeschosse werden vom Laubengang erschlossen, der sich zum Innenhof orientiert und sich daher von der etwas lebhafteren Flussseite abwendet.
Die schaltbaren Wohnungen, konstruiert aus einer Schottenbauweise, bestehen aus zwei Einheiten: Wohnen und Schlafen. Der Wohnbereich beinhaltet eine Kochzeile, Nasszelle und eine Loggia in Richtung Fluss; der Schlafbereich ein bis zwei Schlafzimmer mit einem weiteren Raum, der je nach Platzbedarf entweder ein weiteres Zimmer bildet oder unabhängig von der Wohnung als Arbeitsraum genutzt werden kann.
Jedes Stockwerk verfügt über einen Gemeinschaftsbereich, der die minimal gehaltene Wohnfläche der einzelnen Einheiten erweitern und zum Austausch mit seinen Nachbarn anregen soll.

Brunnen in 60 Jahren - Zukunftsbild
München 2020, @H. Krekel und @V. Labonte
Lageplan
München 2020, @H. Krekel und @V. Labonte
Das Konzept: Dreigeteilt
München 2020, @H. Krekel und @V. Labonte
Das Regelgeschoss
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Innenraummodell - Der Wohnraum
München 2020, @H. Krekel und @V. Labonte
Ansicht aus dem Innenhof in Richtung Damm
München 2020, @H. Krekel und @V. Labonte