Die tiefe Wand

Luis Wittmann
Professur
Entwerfen und Konstruieren
Projektarbeit

Im Rahmen des Bachelor Projekts Dicht-Nachhaltig-Einfach, sollte das Grundstück einer ehemaligen Zementfabrik bei Brunnen, am Rande des Vierwaldstättersees in der Schweiz, nachverdichtet werden. Im weiteren Verlauf des Semesters sollte ein Stadtbaustein detailliert ausgearbeitet werden. Dabei sollten konventionelle Wohnformen und Grundrisse hinterfragt werden und besonders auf ressourceneffiziente und nachhaltige Bauweise geachtet werden. Das Entwurfsgebiet wurde parallel von Studenten der ETH Zürich bearbeitet, eine gemeinsame Ausstellung der Projekte findet diesen Herbst ab September 2020, an der Akademie der Künste in Berlin statt.

Entlang der Muota entwickelt sich das neu entstehende Quartier von einer kleineren städtebaulichen Körnung im Süden, Richtung Brunnen, über den neuen Quartiersplatz im Zentrum des Areals, gerahmt durch den Altbestand Richtung Norden hin zu länglicheren Baukörpern mit höherer Dichte. Richtung Osten bilden größere Riegel gleichzeitig den Schallschutz des Quartiers gegen die angrenzende Bahntrasse.
In unserem Entwurf haben wir uns genauer mit dem städtischen Haus am Quartiersplatz, mit Blick auf die Mouta beschäftigt.
Im Rahmen des einfachen Bauens haben wir uns dazu entschieden nur mit einem Material zu konstruieren. Hierbei haben wir uns entschieden in Stampflehm zu konstruieren, da dieser alle Anforderungen des nachhaltigen Bauens erfüllt z.B. durch lokalen Abbau, kurze Transportwege, geringen Energieaufwand im Bau, im Betrieb, sowie Rückbau. Aus den konstruktiven Eigenschaften des Stampflehms, ergeben sich in den unteren Geschossen große Wandstärken die geschoßweise nach oben hin abnehmen. Durch die unterschiedlichen Wandstärken werden verschiedene Grundrisse mit unterschiedlichen Nutzungsszenarien möglich. In den unteren Geschossen werden in „der tiefen Wand“ selbst, Räume möglich. Im Erdgeschoss finden Gewerbe und Gastronomie in der Wand Platz für Sitznischen und Ausstellungsflächen. In den ersten Obergeschossen befinden sich die privatesten Räume (Schlafen) in der bis zu 2,2m tiefen Wand, während man sich die restliche Geschossfläche gemeinschaftlich teilt. In den darüber liegenden Geschossen wird der private Anteil der Wohnungen immer größer, und das Wohnen verlagert sich aus der Wand in den Raum.
Weitere konstruktive Elemente bilden Lehmstützen sowie ein sich nach oben verjüngender Lehmkern, in welchem, Erschließung, Sanitär- und Nebenräume untergebracht sind.

Ein Haus aus gebauter Erde
Platzperspektive
Quartier entlang der Mouta
Lageplan
Die tiefe Wand
Grundrissentwicklung
Alkoven – Gemeinschaftliches Wohnen
Grundriss 1./2. OG
Wand und Raum
Innenraumperspektiven
Staffelung der Wandstärken
Schnitt