Die Gedankenfabrik

Armin Aschenbrenner
Professur
Städtische Architektur
Projektarbeit

„Informelle Räume ermöglichen subversive Gedanken.“
Inspiriert durch das Kunstmuseum in São Paulo von Lina Bo Bardi entwickelten wir unsere Thesis, dass informelle Räume subversive Gedanken und Innovationen ermöglichen. Das Learning Center, das hierzu im Herzen Münchens nahe der Leopoldstraße errichtet werden soll, bietet den Studenten einen Platz zum Lernen außerhalb des formalen Bildungswesens und basiert auf einer freiwilligen Nutzung im Rahmen eines offenen Angebots. Im Fokus steht hierbei der Aneignungsprozess im urbanen Raum. Das Gebäude ist flexibel und nutzungsunabhängig gestaltet, sodass es auch in Zukunft auf unterschiedlichste Weise umgestaltet werden kann.
Das Thema Learning Center ist dabei im Kontext einer eher gröberen Werkhalle zu interpretieren.

Der Entwurf sieht ein Gebäude vor, welches aus drei übereinander liegenden, übergroßen Hallen besteht. Diese sind völlig offen gestaltet, alle Nebenfunktionen wie Erschließung und Technik befinden sich in vertikalen Elementen, die an das Gebäude andocken. Da diese Türme gleichzeitig eine aussteifende Wirkung haben, kann Transparenz zu allen vier Seiten und somit der Blick ins Grüne ermöglicht werden. Die Interpretation des Thema Learning Center im Kontext einer gröberen Werkhalle, verleiht dem Gebäude ein industrielles Erscheinungsbild. Trotz der Nüchternheit des Industriebaus ist die präzise Fügung der Konstruktion an jeder Stelle sichtbar und zeigt offen Materialität und Komplexität der Struktur. Die primäre Tragstruktur des Learning Centers bilden Stützen aus gefärbten Stahlbetonfertigteilen. Diese gliedern die Hallen in sieben gleich große Felder. Die davor laufende Pfosten-Riegel-Fassade erzeugt eine gewisse Leichtigkeit, welche durch den Materialwechsel von Hallen und Türmen nochmals verstärkt wird. Den oberen Abschluss bildet ein Glasdach, angelehnt an Gewächshausdächer.
Im Erdgeschoss des Learning Centers befindet sich eine doppelgeschossige Werkstatthalle, die ein lauteres, informelles Lernen zulässt. Große, offenbare Tore ermöglichen den Bezug zum Außenraum, das Lernen im Freien und das Hereinbringen von größeren Gegenständen. Den Kontrast dazu bildet die Bibliothek im 1.Obergeschoss, in der ruhigere Formen des Lernens stattfinden. Hier können mit flexiblen Trennelementen Nischen und somit mehr Intimität erzeugt werden. Im obersten Geschoss befindet sich ein großer, flexibler Veranstaltungsraum, der auch als Erweiterung der Bibliothek nutzbar ist. Die verschiedenen Raumhöhen und die besondere Dachsituation erzeugen drei völlig unterschiedliche Atmosphären in den jeweiligen Geschossen.