Learning Center

„Die neuen Bibliotheksbauten der Gegenwart – und vermutlich auch der Zukunft – sind in der einen oder anderen Hinsicht radikaler, einseitiger oder experimenteller als ihre Vorgängerbauten, aber Sie stehen in einer Tradition, die sie nicht in Frage stellen. Ungeachtet aller technologischer Revolutionen sind es immer noch Orte des Lesens, Lernens und Arbeitens.“
Die Weisheit baut sich ein Haus, Architektur und Geschichte von Bibliotheken, Winfried Nerdinger, 2011, S. 232, Bibliotheken im Internetzeitalter. Von P(rint) nach E(lectronic), Caroline und Johann Leiß

Lernhäuser der Gegenwart verstehen sich als unmittelbare Nachfolger von Bibliotheken und stehen damit in der Tradition großer, relevanter, öffentlicher Bauten. Durch neue Nutzungsanforderungen im digitalen Zeitalter wandeln sich die Häuser jedoch immer mehr in Orte der Begegnung und des sozialen Austauschs. Nicht mehr das Buch steht im Mittelpunkt sondern der Mensch. Des Fenster zum Weltwissen scheint in der digitalen Welt überall online abrufbar. Dies führt soweit, dass sogar Magazine dezentral am Stadtrand platziert und Lesesäle in „Bildungslandschaften“ oder „Multimedia Lounges“ übergehen. Der Versuch den Wandel zu vollziehen ist in den letzten zwei Jahrzehnten auf unterschiedlichste Weise interpretiert worden und auch wir stellen uns dieser jungen Typologie des Learning Centers.

Um dem individuellen Lern und Arbeitsverhalten gerecht zu werden, fordert ein Lernzentrum unterschiedlichste Studiermöglichkeiten. Flexible, extrovertierte Räume mit anpassbaren Möbeln treffen auf starre, arbeitssame, stille Orte der Ruhe. Öffentliche Bereiche treffen auf private, intime Bereiche. Orte großer Konzentration stehen öffentlichen Bühnen gegenüber.

Es gilt eine Balance zu finden, sodass „in den Sälen, auf den Bänken“ den Wissbegierigen das „Hören, Seh‘n und Denken“ nicht vergeht.

Faust – Der Tragödie erster Teil, Johann Wolfgang von Goethe, Tübingen: Cotta, 1808, Seite 116

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